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Projektzeitraum: Anfang 2010 – Ende 2013
Projektfinanzierung: Fonds Gesundes Österreich und Land Steiermark (Gesundheitsressort)
Projektregionen: Graz sowie die steirischen Bezirke Bruck/Mur und Feldbach. In diesen Settings leben Menschen in sozial benachteiligten Verhältnissen und jeweils ein ländlicher Bezirk und ein Stadtteil weist einen größeren Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund auf.
Projektzielgruppe: Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten, bildungsfernen Verhältnissen mit und ohne Migrationshintergrund, v.a. schwangere Frauen, werdende Eltern sowie Eltern/Elternteile oder Erziehungsberechtigte von Kindern im Alter von 0 bis 4 Jahren
Projekt-Ausgangslage: 97% der steirischen Kindergärten und Volksschulen beteiligen sich bereits an dem seit 1986 von Styria vitalis durchgeführten Kariesprophylaxeprogramm. Wie wichtig und sinnvoll der regelmäßige Besuch der ZahngesundheitserzieherInnen ist, zeigten die erfreulichen Ergebnisse der letzten Zahnstatuserhebung des ÖBIG im Jahr 2006/2007: 62% der Sechsjährigen sind bereits kariesfrei. Die Steiermark liegt damit im Österreichvergleich beim Anteil kariesfreier Sechsjähriger nach Tirol am hervorragenden 2. Platz.
Bei aller Freude über diese Daten darf aber nicht übersehen werden, dass 80% aller Kariesschäden in der Steiermark nur 20% der Sechsjährigen betreffen. Die ÖBIG-Daten zeigen, dass diese Kinder v.a. aus bildungsfernen Elternhäusern mit und ohne Migrationshintergrund stammen.
Sozialstatus und Karies: Der Sozialstatus beeinflusst nicht nur die Häufigkeit von Karies sondern auch die Effektivität der vier Säulen zur Erhaltung der Zahngesundheit: 1. Ernährung, 2. Mundpflege, 3. Zahnmedizinische Behandlung und 4. Fluoridierung. Die Prävention von Milchzahnkaries ist daher ab dem ersten Zahndurchbruch wichtig.
Projektmaßnahmen:
- Entwicklung gesundheitsfördernder Angebote zu Zahngesundheit
- Vernetzung von Organisationen und Personen
- Soziale Mobilisierung innerhalb der Zielregionen
- Möglichkeit zur Entwicklung persönlicher Kompetenzen hinsichtlich Zahngesundheit bei der Zielgruppe
- Ausbildung von mutersprachlichen ZahngesundheitsmentorInnen
Muttersprachliche ZahngesundheitsmentorInnen: Mit der Ausbildung von muttersprachlichen ZahngesundheitsmentorInnen – in Anlehnung an die steiermarkweit bereits seit 1986 Jahren tätigen ZahngesundheitserzieherInnen - und deren Einsatz für niedrigschwellige Aufklärungsarbeit sollen Sprach- und Kulturbarrieren überwunden werden. Die ZahngesundheitsmentorInnen kommen z.B. bei türkisch-, arabisch- oder bosnisch-stämmigen Eltern in bereits bestehenden Gruppen zum Einsatz.
22 ZahngesundheitsmentorInnen aus 15 Nationen: 21 Frauen und ein Mann aus 15 Nationen haben bereits im Rahmen von Zähne.Zeigen eine der drei Schulungen zu Zahngesundheit, gesunder Ernährung und Pädagogik-Didaktik absolviert. Erfolgreich umgesetzt werden die Schulungen von Zahnarzt Dr. Laurenz Maresch, Ernährungswissenschafterin Mag. Sabine Hollomey und Mag. Gudrun Schlemmer MPH. Die frischgebackenen ZahngesundheitsmentorInnen sprechen insgesamt 16 Sprachen (Albanisch, Arabisch, Armenisch, BKS, Bulgarisch, Deutsch, Edo, Englisch, Farsi/Dari, Französisch, Kurdisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Tschetschenisch, Türkisch) und machen Zahngesundheit in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen und in ihrem sozialen Umfeld bei Elterninformationen, Elternberatung oder bei der Arbeit mit Kindern zum Thema. Dabei besuchen Sie diverse Beratungsstellen, Kinderärzte oder Tagesmütter, leisten aber auch aufsuchende Arbeit in Parks oder bei selbstorganisierten Gruppen als Peers.
Projektziele: Langfristig zielt das Projekt auf die Prävention von frühkindlichem Milchzahnkaries bei Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien mit und ohne Migrationshintergrund.
Kurzfristig sollen...
Zur Halbzeit des Projektes (April 2012) wurden in 180 Einsätzen bereits mehr als 1.000 Eltern und rund 1.200 Kinder erreicht.
Kontakt
Maga Gudrun Schlemmer MPH
+43 | 316 | 82 20 94 – 14
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