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Gesund Essen & Trinken: Ideen für Großküchen, Kantinen und Buffetbetreiber

Rund 260.000 Steirerinnen und Steirer essen an Werktagen außer Haus.

Kaufen Sie regional und saisonal!

Spargel bereits im Jänner und Tomaten das ganze Jahr über? Für unsere Supermärkte stellt das keine Herausforderung dar. Aber ist dieses Angebot wirklich sinnvoll? Ein volles Aroma und ein hoher Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen sind nur dann in Obst und Gemüse enthalten, wenn diese ausreichend Zeit hatten zu reifen. Das spricht dafür, bewusst saisonal und regional einzukaufen. Auch die Umweltbelastung ist geringer, wenn die Transportwege kürzer ausfallen.

Achten Sie beim Einkauf im Rahmen der Gemeinschaftsverpflegung unbedingt auf Herkunft und Saison der Produkte! Mindestens 30 % aller verwendeten Produkte sollten aus heimischer Produktion stammen. Je nach Verfügbarkeit sollten auch Produkte aus der unmittelbaren Region in das tägliche Speisenangebot eingebunden werden. Kaufen Sie Eier bevorzugt aus Freilandhaltung oder Eier aus biologischer Landwirtschaft!

Zur leichteren Identifizierung heimischer Produkte werden von der Agrarmarkt Austria GmbH das rot-weiß rote AMA-Gütesiegel und das AMA-Biozeichen mit Ursprungsangabe Österreich vergeben. Diese Gütesiegel garantieren unabhängige Kontrollen, eine nachvollziehbare Herkunft und ausgezeichnete Qualität. Und Sie unterstützen mit der Verwendung dieser Produkte die österreichische Landwirtschaft.

Übrigens: Einen nützlichen „Leitfaden durch den Zeichendschungel“ bieten die Broschüre „Gütezeichen für Lebensmittel“ der Arbeiterkammer Wien sowie die Broschüre „Lebensmittel heute“ der Arbeiterkammer Steiermark.


Sie brauchen Bananen, Kiwis und Orangen nicht völlig aus Ihrem Angebot verbannen, sollten jedoch hinterfragen, wann es sinnvoll ist, diese zum Teil tropischen Obstsorten anzubieten. Im Sommer und Herbst kann ein umfangreiches Angebot an heimischen Obst- und Gemüsesorten genutzt werden. Wohingegen die Auswahl österreichischer Produkte vor allem bei Obst im Winter eher eingeschränkt ist und durch nicht-heimische Waren ergänzt werden kann. Auch heimische Tiefkühlprodukte sind im Winter eine hochwertige Alternative zur Importware. Sofern keine Frischware verwendet werden kann, sollten Sie Tiefkühlkost (Kältekonservierung) gegenüber Konservenkost (Hitzekonservierung) bevorzugen, da eine Konservierung durch Kälteeinwirkung nährstoffschonender ist.


Verwenden Sie bevorzugt heimische Fische!
 
Nicht nur bei Obst und Gemüse spielen ökologische Aspekte wie Regionalität eine Rolle, auch beim Fisch können Sie einer nachhaltigen und regionalen Produktion den Vorrang geben. Wussten Sie, dass in der Steiermark Karpfenzucht bis ins Mittelalter rückverfolgt werden kann, als Klöster mit der Anlage von Teichen begannen?
Alles, was nicht durch Karpfen & Co. Gedeckt werden kann, sollte nur aus bestandserhaltender, umweltschonender Fischerei gekauft werden. Achten Sie dabei unbedingt auf das MSC-Logo!

Das MSC-Logo sichert als anerkanntes Zertifikat die bestandserhaltende, umweltschonende Fischerei. Der Einkaufsratgeber des WWF Österreich für Fische und Meeresfrüchte informiert Sie übersichtlich über ökologisch unbedenklichen Fischgenuss. Sollten Sie aus ökologischen Bedenken überhaupt auf Fisch verzichten wollen, können die essenziellen Omega-3-Fettsäuren, die im Fisch enthalten sind, auch durch Lein-, Raps- und Sojaöl zugeführt werden. Produkte


Verwenden Sie in der Gemeinschaftsverpflegung mehr Bioprodukte!

Produkte aus biologischer Landwirtschaft sind garantiert gentechnikfrei und frei von Farbstoffen, Konservierungsmitteln und Geschmacksverstärkern. Übrigens: Wird der Einsatz von Bioprodukten ausgelobt, dann gilt seit 1. Juli 2009 die Melde- und Kontrollpflicht (Biozertifizierung des Betriebs notwendig). Nähere Informationen zur Auslobung von Bioprodukten in Gastronomie und Großküchen finden Sie unter www.bio-austria.at.


Bio-„Logisch“ Kennen Sie schon das neue Bio-Logo der EU? - Damit müssen seit Juli 2010 alle biologischen Erzeugnisse innerhalb der Europäischen Union gekennzeichnet werden.

 
Mindestanforderungen für den Buffetbetrieb in der Gemeinschaftsverpflegung

Getränke

  • Wasser ohne Kohlensäure
  • Wasser mit Kohlensäure (natriumarmes Mineralwasser; < 2 mg Natrium/100 ml)
  • Eine Sorte 100%-Saft
  • Eine Sorte 100%-Saft gespritzt
  • Zusätzlich dürfen maximal 5 zuckerhaltige Erfrischungsgetränke angeboten werden z. B. gespritzter Apfelsaft, Birnensaft, stilles Mineralwasser

Weiters wird empfohlen:

  • Bieten Sie Bio- bzw. Fair-Trade-Getränke an
  • Bieten Sie direkt gepresste 100%-Säfte an
  • Bieten Sie ungesüßte, nicht aromatisierte Früchte- und Kräutertees an
  • Schränken Sie das Angebot an stark zuckerhaltigen Getränken ein

Bieten Sie folgende Getränke NICHT an:

  • Koffeinhaltige Getränke mit hohem Zuckergehalt (Cola- und Eisteegetränke)
  • Energy-Drinks, isotonische Sportgetränke und Light-Getränke
  • Koffeinhaltige Getränke mit hohem Zuckergehalt (Cola- und Eisteegetränke) sollten nicht an Kinder unter 10 Jahren verkauft werden
  • Kaffee und Schwarzteekönnen älteren SchülerInnen (Oberstufe) in geringen Mengen angeboten werden
  • Die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes müssen eingehalten werden.

Gemüse oder Salatgarnierung

  • Täglich zwei Sorten möglichst saisonales Gemüse zur großzügigen Garnierung von Weckerln und Broten z. B. Gurken, Paprika, Zwiebeln, grüner Salat, Karotten, Kohlrabi, Tomaten

Weiters wird empfohlen:

  • Setzen Sie Bioprodukte ein
  • Verwenden Sie viele verschiedene Gemüsesorten und Salate zur Garnierung – je bunter, destobesser!
  • Bieten Sie auch Weckerln/Brote mit Gemüsebelag an (Kresse-, Radieschenbrot)

Obst

  • Täglich eine Sorte Obst der Saison z. B. Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Marillen, Erdbeeren, Weintrauben, Bananen

Weiters wird empfohlen:

  • Setzen Sie Bioprodukte ein
  • Weiten Sie das tägliche Obstangebot aus: mehrere Sorten nicht nur Stückobst, sondern auch Obstspieße, Obstsalat etc.
  • Bieten Sie Trockenobst (eventuell in Kombination mit Nüssen) an

Milch und Milchprodukte

  • Täglich zumindest ein Milchprodukt (Milch, Buttermilch, Joghurt …) in der Naturvariante

Weiters wird empfohlen:

  • Setzen Sie Bioprodukte ein
  • Ausbau der Milchproduktpalette

Brot und Gebäck

  • Täglich eine Sorte echtes Vollkornbrot oder -gebäck; wenn dies nicht verfügbar ist, können Sie als Alternative ein 100-%-Roggenbrot anbieten z. B. Vollkornweckerln, Vollkornbrot
  • Setzen Sie Bioprodukte ein
  • Weiten Sie Ihr Vollkornangebot aus
  • Bringen Sie Abwechslung in die Brot- und Gebäckauswahl (z. B. mit Nuss-, Karottenbrot, Kornweckerln,· Grahamweckerln etc.)

Käse

  • Täglich eine Sorte fettarmen Hartkäse, Frischkäse oder Schnittkäse anbieten z.B. Tilsiter, Emmentaler, Edamer

Weiters wird empfohlen:

  • Setzen Sie Bioprodukte ein
  • Mehrere fettarme Käsesorten anbieten

Fleischfreie Aufstriche

  • Täglich eine Sorte fleischfreier Aufstrich (ohne Mayonnaise, Konservierungs- und Säuerungsmittel, Aromen und Geschmacksverstärker) z. B. Liptauer, Kürbiskern-, Ei-, Grünkern-, Kräuter-, Bärlauch-, Linsenaufstrich, Frischkäse mit Kräutern …

Weiters wird empfohlen:

  • Setzen Sie Bioprodukte ein Bereiten Sie die Aufstriche selbst zu
  • Wählen Sie fettarme Rezepte auf Basis von Topfen oder Hülsenfrüchten

Wurst und Schinken

  • Mindestens 50 % des täglichen Wurstangebots muss aus Magerwurst (unter 20 % Fett) oder magerem Schinken bestehen Beispiele für Magerwurst: Krakauer, Schinkenwurst; die meisten Schinkensorten haben unter 20 % Fettanteil

Weiters wird empfohlen:

  • Setzen Sie Bioprodukte ein
  • Verzichten Sie gänzlich auf fettreiche Wurstsorten (über 20 % Fett, wie z. B. Salami, Kantwurst, Speck)
  • Verwenden Sie Wurst als Belag sparsam (dünne Wurstschicht)

Streichfette

  • Butter oder Margarine sparsam einsetzen (nur Poren verstreichen)

Weiters wird empfohlen:

  • Verwenden Sie kein zusätzliches Streichfett bei fettreichen Wurstsorten (über 20 % Fett) bzw. fettreichen Käsesorten (über 48% Fett i. Tr.) als Belag Setzen Sie Bioprodukte ein

Mayonnaise

  • Sparsam einsetzen Verwenden Sie Mayonnaise nur als Garnierung
  • Bieten Sie Brötchen/Weckerln ohne Mayonnaisegarnierung an

Mehlspeisen/ Kuchen

  • Fett- und zuckerarme Varianten sind zu bevorzugen
  • Höchstens die Hälfte der Mehlspeisen sollten aus Blätter- oder Plunderteig oder fettgebackene Mehlspeisen sein (z. B. Krapfen, Donuts …). Fett- und zuckerarme Mehlspeisen sind nicht fettgebackene Germmehlspeisen, z. B. Zwetschkenfleck, Apfel-/Topfenstrudel aus gezogenem Strudelteig, Marillenkuchen

Weiters wird empfohlen:

  • Bieten Sie Mehlspeisen/Kuchen an, die mit Vollkorn und Obst, teilweise oder ganz aus Bioprodukten hergestellt sind.

Süßigkeiten und gesalzene oder gesüßte Knabberartikel

  • Täglich maximal sechs verschiedene Produkte anbieten (zuckerfreie Kaugummis sind nicht mitzuzählen) Gefärbte Produkte sollten ausschließlich pflanzliche Farbstoffe1enthalten
  • Fettarme Knabberartikel sind zu bevorzugen z. B. Fruchtschnitten (gepresste Trockenfrüchte), Reiswaffeln, Bananenchips

Weiters wird empfohlen:

  • Bieten Sie Süßigkeiten in Bioqualität und/oder Fair-Trade- Qualität an z. B. Salzstangen, Grissini, Reiswaffeln

Steirische AnsprechpartnerInnen und Links für Gemeinschaftsverpflegung

Rund 260.000 Steirerinnen und Steirer essen an Werktagen außer Haus. Ihnen eine gesunde Alternative in angenehmer Atmosphäre anbieten zu können, ist Ziel des Grünen Tellers. Schon im Kindergarten bedarf es einer zeitgemäßen, kindgerechten und vor allem qualitativ hochwertigen Verpflegung, die sich in der Schule und später im Betrieb fortsetzen sollte. Der Gast in Betriebs- und Schulkantinen, Mensen, Krankenhäusern oder Pflegeheimen soll die Wahlmöglichkeit haben. Es geht dabei um Eigenverantwortung und nicht um Zwangsbeglückung.

Mehr Informationen unter:

Styria vitalis - Grüner Teller >>, die gesunde Alternative im (Berufs-)alltag
 
 
Styria vitalis – Begleitung von Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen >> zur bedarfsgerechten und gesunden Verpflegung, Modellprojekt gemeinsam essen (Laufzeit bis Ende 2013)
 
Styria vitalis - EaT-Essen am Tablett >> - Prozessbegleitung beim Veränderungsmanagement für Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen: EaT wendet sich an Betriebskantinen und Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen, die ihr Angebot bedarfsgerechter und gesünder gestalten wollen und im Rahmen dieses Veränderungsprozesses die begleitende Unterstützung durch Styria vitalis als hilfreich empfänden. Ziel des Veränderungsprozesses ist es, die Qualität der angebotenen Speisen zu erhöhen.

Buchtipp
 
Kochbuch: „Kochen mit Gemüse – regional, saisonal, frisch

Geeignet für Großküchenbetriebe, wie Gastbetriebe oder Gemeinschaftsverpflegungen, da Rezepturen für 10 Personen angegeben. Natürlich auch für den Haushalt bei Berücksichtigung der Mengen geeignet!

Bestellung unter: www.fgoe.org
 





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